Gebäudesanierung: Der Weg aus der Heizkostenfalle

1. Energetische Gebäudesanierung jetzt

Die gegenwärtige Kostenentwicklung bei fossilen Energieträger trifft diejenigen ganz besonders hart, die in älteren Gebäuden mit Gas- oder Ölheizungen wohnen. Für Eigentümer solcher Immobilien also ein akuter Grund zu handeln. Das gilt auch für diejenigen, die sich vor längerer Zeit nach Prüfung ihrer eigenen Situation gegen Maßnahmen entschieden haben. Neben der Preisentwicklung gibt es noch viele Gründe für baldiges Handeln:

Die bisherigen Förderprogramme (KFW-Darlehen, Förderung durch den Bund) laufen noch bis November diesen Jahres im Rahmen des zur Zeit gültigen GEG. Eine Verlängerung bis 2029 ist für den Heizungstausch in Aussicht gestellt ( Abschnitt 4)
Es gibt beachtliche technische Fortschritte, wie zum Beispiel bei nachhaltigen Dämmstoffen mit sehr guten CO2-Fußabdrücken, im Fensterbau und bei der Effizienz von nachhaltigen Heizsystemen wie Wärmepumpen. In diesem Zusammenhang ist auch der beachtlich gestiegene Erfahrungsschatz bei der Konzipierung und Optimierung solcher Vorhaben zu erwähnen, der bei Planern und Ausführenden zu immer besseren Lösungen führt.
Die Verfügbarkeit von Handwerksbetrieben hat sich verbessert, weil der Boom bei Neubauten sich abgeschwächt hat.
Die Wertsteigerung nach einer Sanierung wird bei einem Verkauf der Immobilie immer deutlicher honoriert, besonders dort, wo die Nachfrage nach Immobilien rückläufig ist, wie bei uns zur Zeit.

2. Vorgehensweise bei der Gebäudesanierung

An der bewährten Vorgehensweise hat sich nichts geändert: Mit dem Gebäude beginnen (Einsparpotenzial ermitteln und Einzelmaßnahmen zur Reduzierung des Wärmebedarfs festlegen) und erst dann das passende Heizsystem auswählen und projektieren. Für alle Projektphasen nur erfahrene Akteure auswählen, vom Energieberater und Architekten bis zu den ausführenden Handwerksbetrieben. Die jeweilig gültigen Förderkonzepte zu berücksichtigen, lohnt sich immer.

Unter Berücksichtigung der gegenwärtigen Situation hier noch ein Hinweis: Die positiven Auswirkungen der Investitionen für energiesparende Sanierungsmaßnahmen werden immer noch unterschätzt. Jede vermiedene kWh verursacht keine Heizkosten, belastet keine Stromnetze und reduziert sogar die Investitionskosten für die Heizungsanlage. Der letzte Aspekt kann sogar gravierend sein, wenn der verbleibende Wärmebedarf der Immobilie noch so hoch ist, dass eine attraktive Heizlösung (z. B. Luft-Luft-Wärmepumpe) ausscheidet.

Der Aspekt der zusätzlichen Wertsteigerung des Gebäudes wurde schon im vorigen Abschnitt angesprochen.

Wer sich vor Beginn eines Projektes vorab etwas schlauer machen will: hier ein paar Referenzen:

3. Wahl und Auslegung des geeigneten Heizsystems

Wenn der zu erwartende Energieverbrauch des zu sanierenden Hauses feststeht, kann die Auslegung der Heizanlage beginnen. Es gibt zur Zeit eine Anzahl von gesetzeskonformen, nachhaltigen Heizsystemen mit geringen C02-Emissionen: Verschiedene Typen von Wärmepumpen, Solarthermie, nachwachsende Rohstoffe (Pellets, Hackschnitzel, Scheitholz), Tiefengeothermie oder Industrie-Abwärme über Wärmenetze. Kombinationen von Heizsystemen laufen unter dem Titel Hybridsysteme.

Neu ist die Vielzahl von Betriebsmöglichkeiten von Heizsystemen, um die Betriebs-Kosten zu optimieren. In diesem Zusammenhang geht es bei der Auslegung nicht nur um die richtige Heizleistung sondern auch die Größe eines Energiespeichers und ein intelligentes Steuerkonzept. Heizungsauslegung und Installation sollten also unbedingt von einem Profi übernommen werden.

In der Aufzählung geeigneter Heizsysteme sind Gas- und Ölkessel ausgelassen, denn in diesem Artikel geht es ja gerade um einen Ausweg aus der gegenwärtigen Heizkostenfalle, verursacht durch hohe Öl- und Gaspreise. (Siehe auch Abschnitt 4)

4. Anmerkungen zur neuen Gesetzesvorlage

Das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll bis spätestens 1. 11. 2026 durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst werden. Es liegt als Entwurf seit Anfang Mai vor und muss erst noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen. Für eine detaillierte Kommentierung ist es deshalb noch zu früh. Es ist aber wichtig zu wissen, dass die Bundesförderung für den Heizungstausch bis mindestens 2029 abgesichert ist.

Eine Neuerung im jetzigen Entwurf ist schon in aller Munde: Sie soll hier kurz kommentiert werden. Weil sich das GModG als besonders technologieoffen gibt, erlaubt es auch noch den Einbau von Öl- und Gaskesseln, verlangt aber ab 2029 eine stufenweise Umstellung auf nachhaltige Brennstoffe wie Bio-Heizöl, Bio-Erdgas oder grüner Wasserstoff (als Bio-Treppe bezeichnet). Völlig unklar ist dabei die Verfügbarkeit und Preisentwicklung dieser umweltfreundlichen Brennstoffe. Diese werden in der vorgesehenen Zeit nicht im Überfluss zur Verfügung stehen, weil andere Industriezweige mit enorm großen Mengenbedarf (Stahl-und Beton-Herstellung, Flugverkehr, Transport schwerer Lasten) dringender darauf angewiesen sind als die Hausbewohner, die ja schon jetzt deutlich bessere Alternativen haben. Vor dem Betreten der „Bio-Treppe“ sollte man also warnen:
Vorsicht, Stolpergefahr ! Sie ist zwar nicht sehr steil, hat aber kein Geländer !

Die Energie-Ineffizienz solcher Lösungsansätze im neuen GModG haben wir in anderem Zusammenhang in unserem Thema des Monats November 2025 bereits betrachtet. Aus Bild 1 geht hervor: Der Einsatz von Wasserstoff oder synthetischem Methan in Gasbrennern benötigt einen 5 bis 6 mal höheren Energie-Einsatz als eine Wärmepumpe für die gleiche bereitgestellte Wärmeenergie. Ähnliche Werte gelten auch für Bio-Heizöl.


Bild 1 : Energie-Effizienz-Bereiche verschiedener Heizsysteme (Quelle: EWV)

Schlussbemerkung in eigener Sache

In unserem Gemeindegebiet sieht man erfreulich oft energetische Sanierungsprojekte im Altbestand. Darin steckt sicher viel Erfahrung. Die gewonnenen Erfahrungen können dazu beitragen, andere zum Handeln zu motivieren und auch Entscheidungshilfen für Einzellösungen zu liefern. Aus Erfahrungen anderer zu lernen ist immer hilfreich.

Deshalb die Bitte an jene, die schon erfolgreich saniert haben: Wenden Sie sich an uns
unter Kontakt, wir bieten verschiedene Möglichkeiten an, wie man gute Erfahrungen nutzbringend kommunizieren kann.

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